DIE ARCHITEKTUR

der HELMUT LIST HALLE

„Es ist anzunehmen, dass ein Neubau weder so reibungslos noch mit jener Großzügigkeit in Raumhöhe und Volumen durchzusetzen gewesen wäre, die der HELMUT LIST HALLE nicht nur den sympathisch-unaufgeregten Ausdruck von guter Industriearchitektur erhält, sondern sie nebstbei zum Aushängeschild bester städtischer Baukultur werden lässt."

Karin Tschavgova, Spectrum, März 2003
 
Architekt Markus Pernthaler trägt der feingliedrigen Stahlfachwerkkonstruktion der um 1950 errichteten Industriehalle und der damit verbundenen industriellen Vergangenheit in nur zehn Monaten Bauzeit mit den hauptsächlich verwendeten Materialien Glas, Stahl und Beton Rechnung.
 
Durch den Einsatz von viel Glas unter der Aludecke mit originalen Fachwerkträgern wirken das FOYER wie BACKSTAGE transparent, leicht und luftig. Die großflächige Lichtwand direkt gegenüber dem Eingang, die Farben von Gelb bis Violett durchläuft, harmoniert bestens.
 
Die Veranstaltungshalle selbst betritt man durch doppelte Türen – eine der Voraussetzungen für Studioqualität, die sogar CD-Aufnahmen in der HALLE ermöglicht – und diese präsentiert sich durch Einsatz von Vollholz und Metall als kompakter Körper.
Schwingend von der Decke abgehängt ist eine Leimbindekonstruktion, die aus überlappenden Vollholzelementen besteht. Dies begünstigt  ein perfektes Eigenresonanzverhalten und verbessert das Schwingungsverhalten und die Klangqualität. Ebenso garantiert dieses Vorgehen eine höhere Belastbarkeit als die vorhandene Stahlkonstruktion.
 
Die Außenwände sowie die Bodenkonstruktion bestehen aus mehreren Schalen. Dadurch werden die notwendigen physikalischen und bauakustischen Werte garantiert. Ebenso werden Beeinträchtigungen durch Schallwellen, vor allem des direkt benachbarten Bahnhofs, verhindert.
 
Die HALLE wird zum FOYER und zum Backstagebereich mit zwei gefalteten Sichtbetonwänden begrenzt. Die beiden 14 Meter hohen Wände sind gefaltet, da sie selbsttragend sein müssen und sich dadurch die Oberfläche und der Absorptionsanteil vergrößern.
 
Eine gläserne Haut umschließt den Veranstaltungsraum und die dazugehörige Technik. Diese integriert an der Südseite der HELMUT LIST HALLE eine Photovoltaik-Anlage mit transluszenten Solarzellen, deren Gesamtfläche 350 m² beträgt. Durch diese Anlage wird im Jahr circa 26.000 kWh elektrische Energie in das öffentliche Netz eingespeist.
Über Displays im Eingangsbereich der HELMUT LIST HALLE werden die aktuellen Werte zur Tageseinstrahlung, Tagesertrag, Gesamtertrag und CO2-Vermeidung angezeigt.
 
Der Backstagebereich gestaltet sich durch die große Glasfläche sehr hell und beinhaltet neben der gesamten Haustechnik auch das Tonstudio, das nicht nur Tonaufnahmen, sondern auch Live-Übertragungen in Spitzenqualität ermöglicht.
 
Im ersten Obergeschoß sind Büroräumlichkeiten und Künstlergarderoben untergebracht.